{"id":357,"date":"2016-01-09T21:35:46","date_gmt":"2016-01-09T19:35:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/?p=357"},"modified":"2016-01-26T16:57:30","modified_gmt":"2016-01-26T14:57:30","slug":"vilhelm-moberg-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/vilhelm-moberg-aktuell\/","title":{"rendered":"Vilhelm Moberg aktuell"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688.jpg\" rel=\"attachment wp-att-360\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-360\" src=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688-300x300.jpg\" alt=\"Moberg2\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Moberg2-e1452367385688-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich habe heute einen Post auf Instagram zu Vilhelm Mobergs Auswanderer-Tetralogie geschrieben. Der wurde etwas lang, denn so viel g\u00e4be es dazu zu schreiben. Ich habe die ungef\u00e4hr\u00a02000 Seiten vor zwei Jahren im Urlaub in Sm\u00e5land verschlungen, in der Gegend also, von wo die Gruppe, deren Leben man in den Romanen begleitet, nach Amerika aufbrach. Das Werk ist nicht nur ein gro\u00dfartiges Zeugnis dieser einschneidenden Epoche in Schwedens Geschichte &#8211; immerhin verlie\u00dfen zwischen ca. 1850 und 1920 1,5 Millionen Menschen Schweden vor allem Richtung USA &#8211; sondern beweist seine Zeitlosigkeit gerade jetzt, wo\u00a0Immigration in Europa ein so dominantes Thema ist. Viele der Emotionen, die Moberg schildert, sind heute wie damals \u00e4hnlich: Ungewissheit, Angst, Heimweh&#8230; Bei Menschen, die fl\u00fcchten mussten, ist die Intensit\u00e4t dieser Gef\u00fchle noch st\u00e4rker und es kommen Traumatisierungen hinzu.<\/p>\n<p>Die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter brachte vor kurzem eine interessante Reportage\u00a0mit dem Titel <em><a href=\"http:\/\/fokus.dn.se\/sverigebreven\" target=\"_blank\">Sverigebreven<\/a><\/em> (dt. Die Schwedenbriefe) \u00fcber die \u00c4hnlichkeiten zwischen den Briefen, die vor 100 Jahren die\u00a0EmigrantInnen an die in Schweden Zur\u00fcckgebliebenen schrieben, und den Botschaften, die Fl\u00fcchtlinge, die heute in Schweden gestrandet sind, in ihre Herkunftsl\u00e4nder schicken, selten als Brief, daf\u00fcr als E-Mail, SMS oder Videobotschaft.<\/p>\n<p>Die auff\u00e4lligste Gemeinsamkeit ist das Bestreben, das Erlebte in abgemilderter, ja besch\u00f6nigender Form darzustellen. Die Motive dahinter sind vielf\u00e4ltig. Einerseits versuchen viele j\u00fcngere Leute, die etwa ihre Eltern zur\u00fcckgelassen haben, ihre Erlebnisse als weniger dramatisch darzustellen, damit sich die Zur\u00fcckgebliebnen weniger Sorgen machen. Andererseits ist es aber auch so &#8211; und das wird in der literarischen Form bei Moberg so gut nachvollziehbar &#8211; dass die Menschen sich oft erst selbst damit auseinandersetzen m\u00fcssen, dass vieles so viel schlechter geht\u00a0als erwartet. Bei Moberg ist das etwa eine wochenlange \u00dcberfahrt auf Segelschiffen, mit St\u00fcrmen, Seekrankheit, Ungeziefer, Beengtheit und dem Tod von Mitreisenden. Aber auch nach der Ankunft in der neuen Welt dauert es oft Jahre, bis wieder der Lebensstandard von vor der Emigration erreicht ist. Wenn das \u00fcberhaupt gelingt. In den Berichten nach Hause klingt das anders. Auch wenn heute eine Fl\u00fcchtlingsfamilie nach Hause mailt, dass Schweden ganz wunderbar und man in einem Hotel untergebracht sei, obwohl man im Winter in einem Zelt schlafen muss. Was unbedingt aufrecht erhalten werden muss, ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vilhelm Mobergs Romane hei\u00dfen <em>Utvandrarna<\/em> (1949), <em>Invandrarna<\/em> (1952), <em>Nybyggarna<\/em> (1956) und <em>Sista brevet till Sverige<\/em> (1959). Auf Deutsch sind sie erschienen unter den Titeln <em>Die Auswanderer, In der neuen Welt, Die Siedler<\/em> und <em>Der letzte Brief nach Schweden<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe heute einen Post auf Instagram zu Vilhelm Mobergs Auswanderer-Tetralogie geschrieben. Der wurde etwas lang, denn so viel g\u00e4be es dazu zu schreiben. 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