{"id":317,"date":"2015-11-05T17:33:22","date_gmt":"2015-11-05T15:33:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/?p=317"},"modified":"2015-11-20T17:45:45","modified_gmt":"2015-11-20T15:45:45","slug":"schneller-lesen-per-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/schneller-lesen-per-app\/","title":{"rendered":"Schneller lesen per App?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit diesem Eintrag geht eine neue Kategorie an den Start: \u201eLesen \u2013 Schreiben \u2013 \u00dcbersetzen\u201c. Um B\u00fccher geht es dabei auch, aber nicht nur. Vielmehr gibt es hier Platz f\u00fcr Berichte von Vortr\u00e4gen, Veranstaltungen usw. zu den genannten Themenbereichen. Bin selber schon gespannt&#8230;.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-319\" src=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4-300x300.jpg\" alt=\"spritzx4\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/spritzx4.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die neuen Medien ver\u00e4ndern das Leseverhalten. Gerade wenn \u00fcber Kinder und Jugendliche gesprochen wird, vermuten KulturpessimistInnen wieder einmal eine allgemeine Verdummung, wie schon bei Erfindung von Kino oder Fernsehen. Wobei man dabei auch nicht vergessen darf, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass auch zu viel lesen unerw\u00fcnscht war. Gerade was die Quantit\u00e4t anbelangt zeigen aktuelle Untersuchungen, dass wir so viel lesen wie nie zuvor. Auch jugendliche Leserinnen und Leser. Den Unterschied macht allerdings aus, was wir lesen, denn darunter sind sehr viele kurze Texte wie SMS, E-Mails oder Posts in Onlineforen.<\/p>\n<p>Interessante Denkimpulse zum Thema pr\u00e4sentierte am 3. November 2015 Alexandra Borg von der Universit\u00e4t Uppsala in einem Vortrag mit dem Titel \u201eQuantifizierung der Literatur. \u00dcber Zeitdruck und digitales Lesen: das Beispiel Spritz\u201c an der Universit\u00e4t Wien. Borg ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und arbeitet zur Zeit im Rahmen des Pilotprojektes \u201eFlexit\u201c des Jubil\u00e4umsfonds der Schwedischen Nationalbank an Fragen rund um das Lesen der Zukunft, oder \u201eLesen 2.0\u201c. \u201eFlexit\u201c richtet sich an ForscherInnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft arbeiten wollen. Dabei werden einerseits Karrierewege abseits der Universit\u00e4ten ge\u00f6ffnet, anderseits die Kompetenzen von WissenschaftlerInnen f\u00fcr Unternehmen sicht- und nutzbar.<\/p>\n<p>Im Fall von Alexandra Borg hei\u00dft das, dass sie in, mit und f\u00fcr den Verlag Bonnier an Fragen zur Herstellung digitaler Texte arbeitet und sich dabei auch den ganz konkreten Prozessen (\u201eWie entsteht ein E-Book?\u201c) widmet. Dar\u00fcber hinaus geht es in ihrer Arbeit um den Konsum von Texten. Auch hier wird in Alltagsdiskursen oft zwischen \u201egutem\u201c (=genau, langsam) und \u201eschlechtem\u201c (=schlampig, schnell) Lesen unterschieden. Borg sieht Lesen als eine Praxis, die eben auch Ver\u00e4nderungen unterworfen ist. Diese unterschiedlichen <a href=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Buchrad-von-Ramelli-1588.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-320\" src=\"http:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Buchrad-von-Ramelli-1588-223x300.jpg\" alt=\"Buchrad-von-Ramelli-1588\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Buchrad-von-Ramelli-1588-223x300.jpg 223w, https:\/\/www.nordstein.at\/literatur\/wp-content\/uploads\/Buchrad-von-Ramelli-1588.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a>Auspr\u00e4gungen, gerade auch in Verbindung mit technischen Hilfsmitteln, werden sehr anschaulich, wenn man etwa ein \u201eBuchrad\u201c aus dem 16. Jahrhundert betrachtet. Das war ein gro\u00dfes Holzrad, \u00e4hnlich einem wasserbetriebenen M\u00fchlrad. In jedes Fach konnte ein aufgeschlagenes Buch gelegt werden. Sa\u00df man davor, konnte man w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre zu einem anderen Buch weiterdrehen. Man hatte also \u2013 \u00e4hnlich wie wir das von mehreren Fenstern am Computer kennen \u2013 mehrere Texte gleichzeitig lesebereit. Moderne E-Reader bieten ganz \u00e4hnliche Lesem\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Neue technische Hilfsmittel versprechen ein neues \u201eLeseerlebnis\u201c und im Fall der von Borg analysierten App \u201eSpritz\u201c auch eine h\u00f6here \u201eLesegeschwindigkeit\u201c. Das funktioniert so: auf einem digitalen Device (Mobiltelefon, Tablet oder PC) wird ein elektronischer Text geladen. In einem schmalen Lesefeld werden entsprechend einer vorher gew\u00e4hlten Geschwindigkeit die W\u00f6rter nun einzeln nacheinander angezeigt. Ein Buchstabe ist jeweils rot markiert und wird vom Auge fixiert. Durch den Wegfall der Augenbewegungen erh\u00f6ht sich die Anzahl der W\u00f6rter, die in einem bestimmten Zeitraum gelesen werden k\u00f6nnen. Laut <a href=\"http:\/\/www.spritzinc.com\" target=\"_blank\">Spritzinc<\/a> des 2014 gelaunchten Startups mit Sitz in Boston und M\u00fcnchen richtet sich \u201eSpritz\u201c an alle, die lesen k\u00f6nnen, auch an Kinder. F\u00fcr Alexandra Borg bietet die App jedenfalls ein neues, anderes Leseerlebnis und damit eine Wahl mehr, die Leserinnen und Lesern heute und in Zukunft zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Foto:\u00a0Buchrad von Ramelli 1588 (Foto aus der Habilitationsschrift G. Keil), siehe <a href=\"http:\/\/austria-forum.org\/af\/Wissenssammlungen\/Essays\/Naturwissenschaften\/WWW\" target=\"_blank\">www.austria-forum.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Eintrag geht eine neue Kategorie an den Start: \u201eLesen \u2013 Schreiben \u2013 \u00dcbersetzen\u201c. Um B\u00fccher geht es dabei auch, aber nicht nur. Vielmehr gibt es hier Platz f\u00fcr Berichte von Vortr\u00e4gen, Veranstaltungen usw. zu den genannten Themenbereichen. 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